29.08.2018

Studentenjob während des Semesters - Werkstudentenprivileg


Aufgrund des sog. Werkstudentenprivilegs können eingeschriebene Studenten, die einer Tätigkeit nachgehen, versicherungsfrei in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung beschäftigt werden. In der Rentenversicherung besteht dagegen Versicherungspflicht, sofern es sich um keine kurzfristige Beschäftigung handelt. Eine Behandlung des Studenten als kurzfristig Beschäftigter kann erfolgen, wenn sich die Studentenbeschäftigung innerhalb eines Kalenderjahres auf maximal drei Monate (bei mindestens fünf Arbeitstagen pro Woche) bzw. 70 Arbeitstage (bei weniger als fünf Arbeitstagen pro Woche) beschränkt. Dann besteht Versicherungsfreiheit in allen Zweigen der Sozialversicherung. Übt ein Student mehrere kurzfristige Beschäftigungen innerhalb eines Jahres aus, so sind diese Beschäftigungen zu addieren. Der maßgebliche Zeitraum - drei Monate oder 70 Arbeitstage - darf in diesen Fällen insgesamt nicht überschritten werden. Eine kurzfristige Beschäftigung ist grundsätzlich dann nicht mehr gegeben, wenn sie von vornherein auf ständige Wiederholung gerichtet ist und über einen längeren Zeitraum ausgeübt werden soll.

Voraussetzung für die Versicherungsfreiheit nach dem Werkstudentenprivileg ist, dass trotz der Beschäftigung Zeit und Arbeitskraft der Studenten überwiegend durch das Studium in Anspruch genommen werden. Dies ist dann der Fall, wenn die Beschäftigung - während des Semesters - an nicht mehr als 20 Stunden in der Woche ausgeübt wird. Die Höhe des erzielten Entgelts spielt dabei keine Rolle. Bei Überschreiten der 20-Wochenstunden-Grenze tritt grundsätzlich Versicherungspflicht ein. Arbeitet der Student jedoch abends, nachts oder am Wochenende und wird deshalb die 20-Wochenstunden-Grenze überschritten, so gilt folgende Ausnahmeregelung: Wenn es sich um einen im Voraus zeitlich befristeten Studentenjob handelt, darf das Werkstudentenprivileg in solchen Fällen trotz Überschreiten der 20 Wochenstunden angewendet werden. Wurde der Studentenjob dagegen unbefristet abgeschlossen, darf bei einem Überschreiten der 20 Wochenstunden das Werkstudentenprivileg auch dann nicht genutzt werden, wenn die Überschreitung aufgrund von Abend-, Nacht- oder Wochenendarbeit erfolgt.

Zu beachten ist darüber hinaus die 26-Wochen-Grenze pro Jahr: Ist der Student im Laufe eines Jahres mehr als 26 Wochen mit einer Wochenarbeitszeit von mehr als 20 Stunden beschäftigt, so ist er sozialversicherungsrechtlich als Arbeitnehmer zu bewerten und das Werkstudentenprivileg entfällt dann.

Die Grenze von 20-Wochenstunden gilt grundsätzlich nur während des Semesters, nicht jedoch in der vorlesungsfreien Zeit (Semesterferien). Dies bedeutet, dass die 20-Wochenstunden-Grenze bei einem Studentenjob in den Semesterferien über-schritten werden darf, ohne dass sich dies auf die Versicherungsfreiheit auswirkt. Auch hier entfällt aber auch das Werkstudentenprivileg, wenn innerhalb eines Jahres mehr als 26 Wochen die 20-Wochenstunden-Grenze überschritten wird.